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Projektbeschreibung

Knapp zehn Jahre nachdem wir zum ersten Mal auf den Tümmler Ferdinand Destiny getroffen sind, sein Vertrauen gewinnen konnten und seitdem regelmässig mit den Delphinen unterwegs sind, wollten wir nun noch einen Schritt tiefer gehen und die Delphine in ihrem natürlichem Habitat erforschen.

Die Beschreibung, wie wir Ferdinand kennen gelernt haben und was sich daraus im Laufe der Jahre entwickelt hat, findet Ihr unter dem Navigationspunkt „Delphine“ hier auf der Website. www.swdf.de/index.php

 

 

 

 

Die Geschichte geht weiter

Im Oktober 2009 wurde das Projekt “Dolphin Watch - Natural Underwater Science” von der SWDF in Kooperation mit der HEPCA (Hurghada Environmental Protection and Conservation Association, www.hepca.com) gegründet. Die diplomierte Biologin Angela Ziltener von der Universität Zürich verantwortet innerhalb des Projektes die Erforschung der Delphine nach wissenschaftlichen Kriterien und Anforderungen. Michael Stadermann (Gründer der SWDF) ist Leiter des tauchtechnischen Bereichs und Sandra Caramelle (Basisleitung SWDF-Headquarter) ist für die Organisation, Abstimmung und Prozesssteuerung des Projektes verantwortlich.

In wechselnder Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftlern aus verschiedenen Universitäten und Delphinschutzorganisationen arbeitet „Dolphin Watch“ daran, mehr über die Indopazifischen Grossen Tümmler (Tursiops aduncus) der Umgebung Hurghadas zu erfahren: Der Fokus der Forschung liegt dabei in folgenden Bereichen:

  • Bestimmung der Einzeltiere, der Populationsgrösse und der Verteilung des Indopazifischen Grossen Tümmlers in der Region Hurghada.
  • Identifikation unterschiedlicher Habitate der Delphine hinsichtlich der Verhaltensaktivitäten wie zum Beispiel Ruhen, Gebären, Paaren, Jagen und Fressen.
  • Dokumentation und Analyse des Sozialverhaltens und der Sozialstruktur wie zum Beispiel Freundschaften und Gruppenbildungen.
  • Beobachtung und Dokumentation spezieller Verhaltensweisen die einmalig für die Indopazifischen Grossen Tümmler in der Region Hurghadas sind.
  • Beobachtung und Analyse von Umwelteinflüssen, insbesondere den des Delphin-Tourismus, auf das Verhalten der Delphine.

Auf Basis der Forschungsergebnisse werden Empfehlungen bzw. Richtlinien für den Umgang zwischen Mensch und Delphin erarbeitet. Zugleich werden die gewonnenen Erkenntnisse als Fakten und Argumentationshilfen gegenüber offiziellen Stellen genutzt, um Schutzzonen für die Delphine an bestimmten Orten des Roten Meeres einzurichten.

Das Forschungsinstrument der Foto Identifikation

Um die Verhaltensbiologie der Tiere, die Ökologie und die Lebensgeschichte jeder Spezies besser zu verstehen, muss das einzelne Individuum innerhalb einer Population oder Gruppe identifiziert werden. Ohne die individuelle Unterscheidung kann man nichts über das soziale Netzwerk, ihre Wanderrouten oder die Signifikanz verschiedener Verhaltensweisen aussagen.

Aufgrund der unterschiedlichen Rückenflosse, auch Finne genannt, kann man die einzelnen Tiere voneinander unterscheiden. Manche Finnen weisen grosse Narben, Risse oder Ecken auf, die ein ganzes Leben lang bleiben (Fig.1). Das Filmmaterial der SWDF erlaubt es, bis ins Jahr 2001 zurückzublicken und die Körperentwicklung der einzelnen Tiere sowie deren Freundschaften aufzuzeichnen und zu dokumentieren.

Fig.1: Diese Foto-ID “Fin type/category” Tabelle wurde vom "Shark Bay Dolphin Projekt" in West Australien entworfen und angewendet. Um ein Indviduum identifizieren zu können, werden unterschiedliche Kategorien für die Rückenfinne erstellt.

 

Da wir als Taucher in die Delphingruppe integriert sind, können wir Fotoaufnahmen vom ganzen Körper des Tieres schiessen. Dies erlaubt uns mehr Informationen über ihren physiologischen Zustand, ihren reproduktiven Status und ihr Geschlecht zu erfahren.

Wir können sogar Delphine, die über eine makellose Finne verfügen, voneinander unterscheiden, indem wir auf andere Merkmale, wie Unregelmässigkeiten an der Schwanzflosse (Fluke), an ihrer Brustflosse (Flipper) oder auf andere auffällige Narben oder Flecken an ihrem Körper achten. Bei den makellosen Halbwüchsigen und Kälbern ist die Identifizierung manchmal unmöglich. Sobald der Delphin identifiziert wurde, geben wir ihm einen Namen und fügen ihn in unseren Foto-ID Katalog ein (Fig.2).

Bis zum heutigen Tag (Stand 1. Dezember 2010 haben wir auf diesem Weg 98 Indopazifische Grosse Tümmler in der Region Hurghada registriert.

Fig.2: Vier Beispiele aus dem Dolphin Watch ID-Katalog. Ferdinand Destiny, Shams, Kira und Kiri

 

Das Instrument der beobachtenden Feldforschung

Aufgrund der langjährigen Freundschaft und dem bestehenden Vertrauensverhältnis zwischen der SWDF und den Delphinen, ist es uns möglich geworden, mit Einzeltieren oder ganzen Horden zu tauchen. So können wir als akzeptiertes Mitglied in die Gruppe aufgenommen werden um an ihrem Leben Unterwasser über einen längeren Zeitraum teilzuhaben.

Dadurch sind uns Beobachtungen möglich, ohne dass wir die Delphine in ihrem natürlichen Verhalten durch unsere Anwesenheit massgeblich beeinflussen. Dies und unser umfangreiches und fortlaufend aktualisiertes Archiv an Foto- und Filmmaterial nutzen wir im Zusammenspiel mit der oben beschriebenen Foto- Identifikation. So entstehen Thesenbildungen und Überprüfung der unterschiedlichen Aspekte des Verhaltens der Tümmler und deren jeweilige Verbreitung.

Zusätzlich dienen die Ergebnisse dieser Arbeit zum Vergleich, inwieweit die von uns analysierten Verhaltensweisen generell auch bei anderen Tümmlern erkennbar sind oder ob es spezifische Verhaltensweisen gibt über die ausschliesslich die Tümmler vor Hurghada verfügen.

You will find a summary of the Dolphin Watch project in English language in the download area of the SWDF homepage or klick www.swdf.de/uploads/media/Dolphin_Watch.pdf and on the HEPCA homepage www.hepca.com/conservation/projects/dolphin-watch.

 
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